Der Mindestlohn in Zeitarbeitsfirmen

Manchmal erhalten wir beim Powerteam aus München Anrufe interessierter Personen, die um nähere Auskünfte bezüglich der Zeitarbeit bitten. Natürlich kommen wir diesem Ansinnen gern nach, nicht nur, weil wir ständig interessante Tätigkeiten und Jobs anbieten.

Es ist uns immer auch ein Anliegen, dass sich reelle Informationen über die Zeitarbeit verbreiten. Da ist der direkte Kontakt im Gespräch noch immer die beste Möglichkeit, alte Vorurteile zu beseitigen und die Möglichkeiten der modernen Zeitarbeit ins rechte Licht zu setzen. Meist dreht es sich bei diesen Anrufen um Fragen zu den Arbeitsbedingungen und den generellen Abläufen in der Zeitarbeit. Unter den Fragen zu den Arbeitsbedingungen steht verständlicherweise immer eine Gruppe von Fragen im Vordergrund: „Wieviel Geld kann man denn in der Zeitarbeit verdienen?“.

Die Frage nach dem Verdienst in der Zeitarbeit

Wie so häufig, lautet die erste Antwort auf diese Frage immer „Das hängt ganz davon ab“. Genau wie in einem klassischen Arbeitsverhältnis gehören zur Zeitarbeit und ihrer Vergütung eine lange Reihe von Faktoren, die eine genaue Auskunft nicht so leicht machen. Gehen wir aber einmal vom Mindestlohn in der Zeitarbeit aus. Die meisten Zeitarbeitsfirmen sind in einem der großen Verbände der Arbeitgeber in der Zeitarbeit organisiert. Neben den üblichen Vorteilen einer solchen Organisation in Bezug auf wichtige Informationen oder die Ausarbeitung von Rahmenbedingungen, ist die Arbeit der Verbände für die Arbeitnehmer in der Zeitarbeit vor allem aus zwei Gründen wichtig. Zum einen haben die Verbände eine „ethische Selbstverpflichtung“ in Bezug auf den Umgang mit den Arbeitnehmern beschlossen. Hiermit verpflichten sich die Arbeitgeber der angeschlossenen Zeitarbeitsfirmen auf

  • Fairen und wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeitern
  • Gewährung von diversen Sozialleistungen
  • Die Akzeptanz einer neutralen Schlichtungsstelle im Fall von Konflikten
  • Und die Zahlung zumindest des tariflich vereinbarten Mindestlohns

Der tariflich vereinbarte Mindestlohn in der Zeitarbeit

Damit sind wir beim zweiten Grund angekommen, warum die Verbände für die Arbeitnehmer in der Zeitarbeit von Bedeutung sind. Tatsächlich sind die Arbeitgeber in der Zeitarbeit wesentlich enger an die Arbeit der Gewerkschaften angebunden als der Durchschnitt der Arbeitgeber in anderen Branchen. Die von den Verbänden der Arbeitgeber der Zeitarbeit eingerichtete Verhandlungsgruppe und der DGB als Dachverband der Einzelgewerkschaften haben in gemeinsamen Verhandlungen einige Beschlüsse und Vereinbarungen unterzeichnet, die als Rahmenvereinbarung die Grundlage für viele Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeit darstellen. Dazu gehört auch der Mindestlohn für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Zeitarbeit. Dieser Mindestlohn ist derzeit noch etwas unterschiedlich in Bezug auf die neuen und die alten Bundesländer. Diese Unterschiede werden allerdings in den nächsten Jahren sukzessive angeglichen. Der Mindestlohn liegt deutlich über dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn für alle Arbeitnehmer und beträgt:

  • Vom 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018 im Westen: € 9,49 (bis März 2019), im Osten und in Berlin € 9,27.
  • Vom 1. Januar 2019 bis zum 30. September 2019 beträgt er im Westen: € 9,79 (ab April 2019), im Osten und in Berlin: € 9,49.
  • Vom 1. Oktober 2019 bis 31. Dezember 2019 beträgt er im Westen: € 9,96, im Osten und in Berlin beträgt er im Westen: € 9,66.

Die unterschiedlichen Anfangszeiten im Westen sind dabei der beabsichtigten Angleichung des Mindestlohns geschuldet.

Was bedeutet der Mindestlohn für den Arbeitnehmer in der Zeitarbeit?

Zunächst einmal stellt der Mindestlohn die absolute Untergrenze für alle in der Zeitarbeit gezahlten Löhne dar. Dieser Mindestlohn von derzeit € 9,49 bezieht sich allerdings auf eine bestimmte Entgeltgruppe. Es gibt neun unterschiedliche Entgeltgruppen, denen ein Arbeitnehmer in der Zeitarbeit vor Aufnahme seiner Beschäftigung zugeteilt wird. Die Entgeltgruppen richten sich nach der benötigten Qualifikation für die Ausübung einer Tätigkeit. Die Entgeltgruppe 1 mit dem Mindestlohn von € 9,49 im Westen bezieht sich dabei auf eine Tätigkeit, für die nur eine kurze Anlerndauer erforderlich ist. In der nächsten Entgeltgruppe bedarf es für die Ausübung der entsprechenden Tätigkeit schon einer gewissen Anlern- und einer Einarbeitungszeit. Mit jeder Entgeltgruppe steigen die Ansprüche. So dreht es sich in der Entgeltgruppe 5 um Tätigkeiten für die nicht nur eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich ist, sondern auch noch eine mehrjährige Berufserfahrung sowie eine Zusatzausbildung für bestimmte Spezialkenntnisse. Die Entgeltgruppe 9 bezieht sich dann auf eine abgeschlossene Hochschulausbildung oder um eine Fachhochschulausbildung samt mehrjähriger Berufserfahrung. Wenn man sich den jeweiligen Mindestlohn in der Zeitarbeit unter diesen Aspekten anschaut, ergibt sich ein erweitertes Bild. Die derzeit gültige Tabelle für den Westen sieht über alle Entgeltgruppen aus wie folgt:

EG 1 € 9,49 EG 2 € 10,13 EG 3 € 11,83
EG 4 € 12,52 EG 5 € 14,13 EG 6 € 15,90
EG 7 € 18,57 EG 8 € 19,98 EG 9 € 21,07

 

Zuzüglich zu diesem Mindestlohn sind ab einer gewissen Beschäftigungsdauer auch noch ein gesondertes Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld vorgesehen.

Was gilt es noch beim Mindestlohn in der Zeitarbeit zu beachten?

Dieser Mindestlohn stellt sozusagen das Grundeinkommen eines Mitarbeiters einer Zeitarbeitsfirma dar. Dieser Mindestlohn gilt auch für die Zeiten, in denen der Mitarbeiter sich nicht im Einsatz befindet. Kommt er dann allerdings bei einer entleihenden Firma zum Einsatz, werden die Berechnungen des Einkommens ungleich komplizierter. Jetzt setzen sich nämlich die Tarifbindungen in Kraft, die von der jeweiligen Einzelgewerkschaft für diese Tätigkeit in diesem Bundesland ausgehandelt worden sind. Diese beziehen sich zunächst einmal auf all die Zuschläge, die für Mehrarbeit oder besondere Arbeitszeiten fällig werden und die dem Arbeitnehmer aus der Zeitarbeit jetzt auch zustehen. Außerdem hat der Gesetzgeber beschlossen, dass der Lohn des Mitarbeiters aus der Zeitarbeit je nach Dauer der Beschäftigung beim gleichen Auftraggeber angepasst werden muss. Diese Anpassung erfolgt in Schritten nach einer bestimmten Monatszahl, bis nach einer gewissen Zugehörigkeitsdauer der gleiche Lohn fällig wird, wie ihn ein festangestellter Mitarbeiter mit vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit erhält. Die näheren Bedingungen dieses „Equal Pay“ Beschlusses der Bundesregierung regeln jedoch die angesprochenen Tarifvereinbarungen der Einzelgewerkschaften.

Im Powerteam werden Sie fair behandelt, erst recht mit Ihrer Vergütung

Gut, dass Sie im Powerteam auf einen Arbeitgeber stoßen, der Ihre Vergütung durchschnittlich schon von Anfang an mit übertariflichen Zuschlägen berechnen wird. Wenden Sie sich bitte jederzeit an uns, um sich über Ihre genauen Verdienstmöglichkeiten bei uns zu informieren. Wie gesagt, wir beraten Sie gern.

Kontakt

Standort München

Elisenstraße 3
80335 München
Deutschland

Büro-Öffnungszeiten:
Mo-Do: 08.00 – 17.00 Uhr
Fr: 08.00 – 16.00 Uhr

Telefon: +49 89 / 273 216-60
Telefax: +49 89 / 273 216-70
E-Mail: info@powerteam.de
Internet: www.powerteam.de

Suche Mitarbeiter

Suche neuen Job