Mehr positive Aspekte der Zeitarbeit

Noch immer wird die Zeitarbeit in manchen Medien generell als eine minderwertige Alternative zu den sogenannten klassischen Arbeitsverhältnissen eingestuft. Doch mehren sich immerhin die Stimmen, die den Lesern ein differenziertes Bild vor Augen führen.

Die Zeitarbeit stellt in Deutschland eine eigene Branche dar, die längst über ein eigenes Tarifwerk verfügt. Dieses Tarifwerk und seine jüngsten Angleichungen im Sinne eines Equal Pay werden in enger Abstimmung mit dem DGB ausgehandelt. Ein eigenständiger staatlich geprüfter Ausbildungsgang zum Personaldienstleistungskaufmann sowie verpflichtende ethische Grundwerte lassen die Unternehmen in der Zeitarbeit einen gefestigten Platz unter allen Branchen der Wirtschaft einnehmen. In den letzten News-Beiträgen konnten Sie bereits einige Fakten über die Zeitarbeit nachlesen, die so gar nicht zu den Vorurteilen passen wollen, die sich mancherorts hartnäckig halten. Langzeitarbeitslose haben in der Zeitarbeit bessere Chancen auf längerfristige Beschäftigung, die Krankenstände unter den Arbeitnehmern liegen niedriger. Mitarbeiter in einem Unternehmen der Zeitarbeit werden auch bei Nichteinsatz bezahlt, für sie gelten alle Rechte, die einem Mitarbeiter in einem klassischen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis zustehen. Mit einem weiteren Vorurteil wollen wir in diesem Artikel aufräumen.

Zeitliche Befristung und die Generation Praktikum

Es stimmt, in vielen Branchen und Unternehmen lässt sich in den letzten Jahren eine zögerliche Haltung feststellen, wenn es die unbefristete Festanstellung von Arbeitnehmern geht. Die Presse berichtet häufiger über die jungen Leute aus „der Generation Praktikum“, die sich von einer unterbezahlten Kurzzeit-Tätigkeit zur nächsten hangeln müssen. Auch hat die Zahl der zeitlich befristeten Neueinstellungen derart zugenommen, dass es das Thema „Abschaffung grundloser Befristungen“ sogar in die Koalitionsverhandlungen zur neuen Bundesregierung entwickelt hat. Da scheint die veraltete Ansicht doch gut zu passen, dass mit dem Einsatz von Zeitarbeitnehmern die Stammbelegschaft in den Betrieben in ihrer Existenz „bedroht“ wäre. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Man kann sogar sagen, dass mit dem Einsatz von Zeitarbeit in einem Unternehmen die Chancen steigen, dass dieses Unternehmen sein Stammpersonal erhöht. Das klingt paradox? Nur auf den ersten Blick, so haben einige Studien ergeben, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden.

Zeitarbeit stärkt das Stammpersonal

Gleich vier voneinander unabhängig durchgeführte Studien haben ergeben, dass der Einsatz von Zeitarbeit das Stammpersonal stärkt. Das waren nun nicht etwa Studien, die von Zeitarbeitsunternehmen in Auftrag gegeben wurden. Neben der Bundesagentur für Arbeit hat sich auch die Hans-Böckler-Stiftung mit dem Thema beschäftigt, eine Organisation, die in der Nähe zu den Gewerkschaften verortet werden kann. Zunächst stellt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fest, dass es sich eher um prominent gewordene Einzelfälle handelte, wenn in verschiedenen Unternehmen das Stammpersonal zugunsten von Arbeitnehmern aus der Zeitarbeitsbranche reduziert wurde. Und die Hans-Böckler-Stiftung setzt noch einen drauf. In der Studie ließen sich keine Nachweise dafür finden, dass durch die Zeitarbeit Stammarbeitsplätze verloren gingen. Zwar lässt sich leugnen, dass durch entsprechende Gerüchte anderslautende Meinungen die Runde machten, aber hier handele es sich offensichtlich um nur „gefühlte Beschäftigungsunsicherheit“, so die Stiftung wörtlich.

Zeitarbeit ermöglicht Wachstum

Das Rheinisch-Westfälische Instituts für Wirtschaftsforschung stellt sehr ähnlich lautend fest, dass es sehr selten vorkäme, dass das Stammpersonal reduziert würde. Man kann sehr viel häufiger beobachten, dass der Einsatz von Zeitarbeit in den Unternehmen die Möglichkeit zur Effizienzsteigerung ergibt und damit wiederum die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesteigert wird. Dies lässt sich leichter an einem Beispiel verdeutlichen. Wenn in einem Unternehmen gewisse Auftragsspitzen durch den Einsatz von Mitarbeitern aus der Zeitarbeit abgedeckt werden können, kann das Unternehmen mehr solcher Aufträge annehmen und damit sein Investitionspotential für z.B. eine Erweiterung des Maschinenparks steigern. Der damit möglich gewordene regelmäßige Eingang solcher Aufträge verhindert nicht nur den Abbau des Stammpersonals, sondern macht häufig auch eine Erweiterung nötig. Diese Erweiterung lässt auf der anderen Seite die Zahl der zeitlich befristet tätigen Mitarbeiter sinken.

Entlassungen sind teuer

Genauere Zahlen legt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor. Das Institut handelt als Bestandteil der Bundesagentur für Arbeit im Auftrag der Bundesregierung. Nach einer intensiven Durchsicht der vorliegenden Zahlen sind es laut der Studie des IAB nur 2,0% der Unternehmen, die ihre eigene Belegschaft schrumpfen lassen, wenn dabei gleichzeitig Arbeitnehmer aus der Zeitarbeit beschäftigt werden. Auch das IAB sieht einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Sicherung des Stammpersonals durch die Zeitarbeit. Betriebe die nicht auf den Einsatz der Zeitarbeit zurückgreifen, sehen sich in Zeiten schlechter Auftragslage gezwungen, die eigene Belegschaft zu reduzieren. Das erweist sich natürlich nicht nur als Nachteil für die entlassenen Arbeitnehmer. Auf diese Weise verlieren solche Unternehmen auch wichtige Fähigkeiten und Kenntnisse, die sich bei besserer Auftragslage nicht mal eben so schnell wieder aufbauen lassen.

Das Arbeitgeber-Prinzip

In diesem Zusammenhang ist es wichtig nochmal zu betonen, dass in Deutschland die Zeitarbeits-Branche nach dem Arbeitgeber-Prinzip und nicht nach dem Agentur-Prinzip verfährt. Tatsächlich liegen die Löhne für in der Zeitarbeit tätige Personen in Frankreich durchschnittlich etwas höher als in Deutschland. Auch erhalten diese Arbeitnehmer in bestimmten Fällen sogar 10% mehr Lohn als die Mitarbeiter des Stammpersonals in gleicher Tätigkeit. Jedoch wird in Frankreich eben nach dem Agentur-Prinzip verfahren. Das bedeutet, dass das Angestelltenverhältnis des Mitarbeiters mit dem Ende seines Einsatzes tatsächlich beendet ist und die Agentur keinerlei Verantwortung mehr trägt. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum deutschen Prinzip, in dem die Arbeitnehmer in der Zeitarbeit tatsächlich eine sichere und dauerhafte Beschäftigung vorfinden.

Kontakt

Standort München

Elisenstraße 3
80335 München
Deutschland

Büro-Öffnungszeiten:
Mo-Do: 08.00 – 17.00 Uhr
Fr: 08.00 – 16.00 Uhr

Telefon: +49 89 / 273 216-60
Telefax: +49 89 / 273 216-70
E-Mail: info@powerteam.de
Internet: www.powerteam.de

Suche Mitarbeiter

Suche neuen Job