Flexibilität als wichtigste Komponente in der Zeitarbeit

In den letzten Jahren haben sich im Bereich der Wirtschaft viele Einflüsse ergeben, die sich deutlich auf dem Arbeitsmarkt ausgedrückt haben. So hat sich sowohl durch die Verlagerung der Produktivität in manchen Branchen wie auch die rasante technische Entwicklung in vielen Bereichen  ein spezifisch gewichteter Fachkräftemangel entwickelt.

Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Branchen immer mehr gekennzeichnet durch eine Verlagerung in projektbezogene Aufträge. Damit lässt sich weniger leicht planen, speziell was die mittel- und langfristige Personalpolitik vor allem größerer Unternehmen betrifft. Als ein weiterer wichtiger gesellschaftlicher Faktor stellt sich zumindest im Bereich Arbeit und Soziales die stark gestiegene Zuwanderung bzw. Migration aus den letzten Jahren dar. Schon allein für sich betrachtet haben diese Faktoren bis vor kurzem zu einer Hochphase bei den Personaldienstleistern geführt. Es waren die Personaldienstleister, die den Unternehmern die existentiell wichtige Flexibilität geboten haben, kurzfristige Auftragsspitzen wahrnehmen zu können und dringende Mangelsituationen bei Fachkräften auszugleichen. Ebenso waren und sind es die Personaldienstleister, die den Arbeitsmarkt für Asylberechtigte öffneten, in dem schon jeder vierte über die Personaldienstleister Zugang zum offiziellen Arbeitsmarkt gefunden hat. Verbunden mit einer Verbesserung der rechtlichen und wirtschaftlichen Situation der Arbeitnehmer in der Zeitarbeit stiegen die Zahlen der Beschäftigten in der Zeitarbeit auf ein Allzeithoch von mehr als einer Million Arbeitnehmer noch vor drei Jahren.

Dementsprechend und parallel hat sich die Meinungsbildung und die Grundeinstellung der Beschäftigten in der Zeitarbeit verändert. Während in früheren Zeiten die Arbeitnehmer eines Personaldienstleister als Hauptmotiv für ihre Tätigkeit noch die Vermeidung von Arbeitslosigkeit angaben, haben sich im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts längst die Gewichte in Richtung der persönlichen Flexibilität verschoben. Ob Work-Life-Balance, Beendigung der Praktikums-Ausbeutung oder die karrierefördernde Kenntniserweiterung über verschiedene Einsätze in kurzer Zeit, gerade in der jungen Generation hat die Zeitarbeit einen ganz anderen Wertmaßstab erhalten. So sehen heute etwa die Hälfte der Befragten die persönliche Flexibilität als einen der Hauptvorteile einer Beschäftigung bei einem Personaldienstleister. Die gestiegene gesellschaftliche Anerkennung drückt sich ebenfalls in den deutlich steigenden Ausbildungszahlen zum eigenen Lehrberuf des Personaldienstleistungskaufmanns aus.

Die seit zwei Jahren zunehmend weiter reduzierten Zahlen über das zu erwartende Wirtschaftswachstum der nächsten Jahre erfüllen längst auch eine negative Funktion als “Self fulfilling Prophecy”. Das Frühwarnsignal der nachlassenden Beschäftigung von Zeitarbeitnehmern scheint zu greifen, zumindest was die Branchenriesen betrifft. Hier werden Abschwünge von 10% und mehr allein im letzten Jahr gemeldet. In drei Jahren ist die Zahl der Beschäftigten von einer Million auf 700.000 gesunken. Doch stehen diese Menschen jetzt auf der Straße? Mitnichten, denn die Gewerkschaften melden seltsamerweise verstärkte Übernahmezahlen in die Stammbelegschaften. Dies lässt sich ja noch gut mit dem Facharbeitermangel und eine gewisse Torschlusspanik der Unternehmen erklären, deutet aber auch auf einen tatsächlich bestehenden generellen Bedarf. Die Einbrüche bei den Zahlen der Beschäftigten aus der Zeitarbeit müssen aber ebenfalls differenziert betrachtet werden. So ist es hauptsächlich die Metall- und Elektrobranche, die betroffen ist und hier vor allem die Großunternehmen. Andere Branchen wie die Logistik oder Pflege melden dagegen Zuwächse, ähnliches gilt für kleine und mittlere Betriebe aus dem Mittelstand. Es sind gerade die Branchenriesen wie Randstad, die die strategisch planenden Großunternehmen mit Arbeitnehmern versorgen.

Nachdem das Zauberwort der Flexibilität durch Zeitarbeit sich in den letzten 20 Jahren für die Arbeitgeber wie für die Arbeitnehmer als Schlüsselfunktion für den eigenen Vorteil erwiesen hat, sind es jetzt die Personaldienstleister selbst, die mit ihrer Flexibilität punkten können und müssen. Jetzt beginnt die Stunde der mittelständischen Betriebe mit ihrer breiten Aufstellung und guten regionalen Vernetzung. Dazu spielen die zu erwartenden Erleichterungen bei der Einstellung von Fachkräften aus Drittländern eine größer werdende Rolle. Drittens beginnt sich jetzt die Politik der Förderung der eigenen Mitarbeiter durch Weiterbildung und die Gewährung von wirtschaftlichen Vorteilen auszuzahlen. Letztendlich gilt auch für den Wirtschaftszweig der Zeitarbeit, das diejenigen Unternehmen langfristig gewinnen, die allen Beteiligten durch ihre Arbeit den größten Wertzuwachs ermöglichen.

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