Die Corona Krise zwingt zu neuem Denken

Wer sich dieser Tage zur Situation auf dem Arbeitsmarkt, der Zeitarbeit und der Wirtschaft generell informieren möchte, braucht eigentlich nur einen beliebigen Nachrichtenanbieter aufzurufen. Nachdem sich im Oktober noch vorsichtiger Optimismus zur wirtschaftlichen Entwicklung und zu den Zahlen der Arbeitslosen breitgemacht hatte, können die Auswirkungen des erneuten “Lockdown Light” im November 2020 noch nicht eingeschätzt werden. Sicher ist allerdings, dass die Unternehmen wie auch die Personaldienstleister nicht mehr so kalt überrascht werden wie seinerzeit im Frühjahr.

Ab August war jedenfalls schon wieder eine leichte Erholung der Zahl der Beschäftigten aus der Zeitarbeit festgestellt worden. Knapp 10.000 Beschäftigte mehr als im Juli schienen die Erholung zu betätigen. Doch die Situation ist nach wie vor schwierig. Während das powerteam breit in der Region München aufgestellt ist und seine Mitarbeiter in verschiedenen Branchen beschäftigt, stehen andere Personaldienstleister vor größeren Problemen. Wer sich hauptsächlich an einer der jetzt besonders stark betroffenen Branchen ausgerichtet hat, sieht sich mit starken Einbußen konfrontiert.

Unterschiedlich starke Belastungen der Unternehmen

Wie unterschiedlich die Dinge liegen, sieht man an einer Umfrage von Ende Oktober. 70% der Personaldienstleister erwarten Einbußen von 20% oder mehr. 10% der Personaldienstleister erwarten 2020 dagegen sogar ein besseres Geschäft. Die Mehrheit jedoch sieht 2021 im Aufwärtstrend: Man rechnet mit einem Wachstum von mindestens 10%. In der Automobilbranche als einem der Hauptkunden in der Personaldienstleistung spiegelt sich diese Situation. Während bei Mercedes gerade 1.600 Verträge bei der eingestellten Produktion von Reisebussen aufgekündigt wurden, hat VW dagegen gerade 600 neue Mitarbeiter aus der Zeitarbeiter geordert.

In der Gesundheitsbranche sieht es ganz anders aus. Diejenigen Personaldienstleister, die in den letzten Jahren verstärkt auf das fähige Personal für die Pflege und die Arbeit im Krankenhaus gesetzt hatten, sahen sich lange Zeit Protesten und versuchten Einschränkungen ihrer Leistungen ausgesetzt. Kaum haben sich diese Wogen etwas geglättet, zeigen sich die Ergebnisse der Personal- und Lohnpolitik im Gesundheitswesen und damit dem öffentlichen Dienst deutlich. Während überall wohl genug neue Beatmungsgeräte und Intensivbetten zur Verfügung stehen, fehlt es jetzt vor allem an Pflegekräften. Viele haben teilweise auch wegen der Arbeitsbedingungen im Stammpersonal in die Zeitarbeit gewechselt und werden jetzt dringend gebraucht.

Flexibilität auf allen Ebenen – auch in der Zeitarbeit

Corona-Krise, Fachkräftemangel und Klimawandel sind die drei großen Fragezeichen für die wirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahres. Es zeigt sich, dass die Arbeitgeberverbände und die Verbände der Personaldienstleister enger zusammenarbeiten werden und müssen, um die Probleme gemeinsam und flexibel anzugehen. Flexibilität heißt auch das “Zauberwort” für neue Formen der Beschäftigung. Und die Personaldienstleister sind Experten für flexibles Denken oder besinnen sich gerade darauf.

Trotz aller Kurzarbeit und drohenden Umsatzeinbrüchen wird in vielen Unternehmen fieberhaft daran gearbeitet, die Mitarbeiter aus dem Stammpersonal an sich zu binden. Dazu dient die Corona-Krise als Verstärker. In einer Studie eines Personaldienstleisters vom Juli wurden rund 1.500 Führungskräfte aus Europa und Brasilien zu neuen Arbeitsmodellen befragt. Über 60% bieten in ihren Unternehmen neuartige Zusatzleistungen wie mehr Urlaub, mehr Gleitzeit, natürlich mehr Home Office, Kinderbetreuung und sogar Job-Sharing. Allen diesen Modellen ist gemein, dass es immer um mehr Flexibilität für die Arbeitnehmer geht.

Ins gleiche Horn stößt die neue Jugend-Studie des iGZ, in der alle Zeitarbeitnehmer bei den Personaldienstleistern bis 39 Jahren eingeladen sind, sich über ihre Bedürfnisse, Wünsche und generellen Einstellungen zum Arbeitsleben befragen zu lassen. Immer mehr junge Menschen wünschen sich vor allem mehr Flexibilität in der eigenen Lebensgestaltung und wechseln auch daher in die Zeitarbeit. Die Studie zielt darauf ab herauszufinden, wie die Personaldienstleister einerseits ihr Recruiting verbessern und andererseits ihre jungen Beschäftigten besser ans eigene Unternehmen binden können.

Entwicklung neuer Ideen auf Verbandsebene

Allein aus den letzten beiden Absätzen lassen sich so manche Ideen entwickeln, die allerdings eher auf Verbandsebene zum Tragen kommen können. Man denke nur an Zeitarbeitnehmer im Home Office, die unter Beachtung aller Rechte und mit guten Entgelt parallel nach Bedarf für Entleiher arbeiten. Man denke vielleicht auch an Anstellungsverträge für Mitarbeiter, in denen Sabbaticals durch den Einsatz von Mitarbeitern aus der Zeitarbeit ermöglicht werden könnten. Doch das sind nur die ersten von vielen neuen Gedanken. Der Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt gehört gerade auch in der Krise die Zukunft.

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